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Berufsunfall im Homeoffice – nicht bei dem Gang zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme…

Klaus Hausmann auf Pixabay

Auch Arbeitnehmer im Homeoffice sind grundsätzlich in der gesetzlichen Unfallversicherung bei Berufsunfällen abgesichert.

Erste Voraussetzung ist, dass sie  Beschäftigte im Sinne des Sozialrechts sind - in Abgrenzung zu selbstständig Tätigen.

Weitere Voraussetzung für den Eintritt der gesetzlichen Unfallversicherung ist, dass der Unfall sich bei einer versicherten Tätigkeit ereignet. Dies ist für die eigentliche Tätigkeit kein Problem.

Problematisch sind allerdings die Wege, die die Beschäftigten im Homeoffice unternehmen, z.B. um ein Glas Wasser in der Küche zu holen – oder auch um zur Toilette zu gehen. Ereignet sich dabei ein Unfall, so besteht nach Ansicht der Sozialgerichte kein Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung. Es handele sich bei diesen Tätigkeiten weder um versicherte Tätigkeiten noch um versicherte Betriebswege, da sie im Homeoffice nicht im unmittelbaren Betriebsinteresse, sondern allein im eigenen Interesse erfolgten.

Anders wird bei Unfällen in der Betriebsstätte geurteilt: Dort besteht bei den gleichen Verrichtungen Versicherungsschutz. Im Betrieb, so die Argumentation, habe der Arbeitnehmer keine Wahl als die Betriebstoiletten zu benutzen, da er während der Arbeitszeit im Betrieb anwesend sein müsse. Die Nahrungsaufnahme während der Arbeitszeit diene der Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit- was man sicherlich auch von dem Toilettengang annehmen kann.

Das gleiche gilt laut Bundessozialgericht für das Verbringen der Kindes der Beschäftigen zur Kita. Auch dieser Weg ist, wenn der jeweilige Beschäftigte im Homeoffice arbeitet, nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Es handele sich nicht um einen Wegeunfall, da der Ort der privaten Tätigkeit und der versicherten Tätigkeit räumlich nicht auseinanderfallen. Auch ein Betriebsweg scheide aus, da diese Tätigkeit weder in Ausübung der versicherten Tätigkeit erfolgt noch dem Beschäftigungsunternehmen diene.

Im Gegensatz dazu ist das Verbringen eines Kindes zur Betreuung auf dem Weg zur Betriebsstätte versichert, da dort auch der Weg von der Wohnung zur Betriebsstätte versichert ist.

In Anbetracht dieser Unterschiede stellt sich die Frage, ob die althergebrachten Definitionen und Abgrenzungen der Tätigkeit im Homeoffice gerecht werden, oder ob man hier Angleichungen benötigt, um den im Homeoffice tätigen Mitarbeitern den gleichen Schutz zu gewähren wie den in der Betriebsstätte Arbeitenden.

 

 

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